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Aneurysma

Hartwig's Geschichte 4

09.10.2008
Was hat sich getan?

Es hat sich sehr viel getan in den letzten Monaten. Es scheinen sich einige Teile in meinem Gehirn wieder zusammen zu setzen. Mein Gehirn funktioniert etwas reibungsloser. 

Was hat sich getan?

Ich habe in den letzten Monaten sehr, sehr viel gelesen. Mein Wortschatz hat sich in dieser Zeit um einiges erweitert. Wichtig war mir, dass ich an jedem Tage in verschiedenen Büchern gelesen habe. Ich habe auch zu ganz unterschiedlichen Themen gelesen. Es ist nach wie vor ganz witzig, sobald ich mit einem neuen Buch anfange, habe ich sehr große Schwierigkeiten beim Lesen (wenn es sich dabei um eine neue Thematik handelt). In den letzten Tagen habe ich auch wieder angefangen in Englisch zu lesen. Das fiel mir zu Beginn sehr schwer, aber dann ist auf einmal der Knoten geplatzt. 

Auch beim Schreiben hat sich sehr viel getan. Ich schreibe nach wie vor Texte ab. Manchmal aus einem Buch, manchmal von einem Bildschirm. Da habe ich denn zwei Fenster in Word geöffnet. Einer der Hauptunterschiede ist, dass ich inzwischen die Stelle an der ich gerade bin, wieder relativ schnell finde. Das war lange Zeit ein großes Problem bei mir. 

Mathematik hat sich auch weiter entwickelt, aber dazu mehr beim nächsten Mal. Das ich gerade noch einige Sachen ausprobiere. 

Ich hatte es vielleicht schon einmal erwähnt. Mein REM Schlaf hat wieder Träume. Zu Anfang meiner Krankheit hatte ich über zwei Jahre überhaupt keine bewussten Träume mehr. 

In meinem Gehirn scheinen sich neue Resourcen aufgetan zu haben. Das Denken geht inzwischen viel flüssiger. Es ist zwar noch weit von früher entfernt, aber es hat sich sehr viel in der "Denkarbeit" getan. Dazu mehr bei einem der nächsten Male.  

Es hat sich in den letzten Monaten sehr viel getan. Das stimmt mich noch positiver!

11.10.2008
Herbst 2008
 

Ist das nicht schön?

Ich habe eine digitale Spiegelreflexkamera. Die Bedienung dieser Kamera zeigt sehr schön, woran es bei mir immer noch fehlt. Bevor ich krank wurde, habe ich relativ viel mit der Kamera fotografiert. Zum Teil beruflich, zum Teil aber auch privat. Frappierend ist da zum Beispiel, wie lange ich gebraucht habe zumindest die grundlegenden Tasten richtig zu bedienen. Es sind wirklich nicht viele Tasten, die man zum Bedienen der Kamera braucht. Aber selbst bei den Grundfunktionen habe ich immer noch lange Schwierigkeiten gehabt. Es dauerte schon lange bis ich bestimmte Tasten fand. Wenn ich sie dann einmal gefunden habe, würde ich eigentlich erwarten, dass das Ganze das nächste Mal problemlos gehen würde. Aber so ist das nicht. Beim nächsten Mal muss ich wieder suchen, bis ich die Taste finde. Und es geht hier um einfachste Funktionen wie Ein- und Ausschalten. Wenn es dann um etwas komplexere Funktionen geht, dauert es Minuten bis ich die entsprechenden Taste gefunden habe. Es ist schon klar, dass das mit neuen Tasten häufig der Fall ist. Aber normalerweise sollte man dann nach zwei oder drei Mal den Vorgang beherrschen. Aber das ist bei mir nicht der Fall. Bei mir zieht sich das Ganze über Wochen hin, bis ich eine neue Funktion bediensicher habe. Aber irgendwann und irgendwie schaffe ich es dann doch. Mit viel Geduld und Spucke. Und darauf bin ich dann sehr stolz! Wenn ich dann so etwas geschafft habe, bekomme ich dann das Lächeln fast nicht mehr aus dem Gesicht (-:.    

15.10.2008
Zählen

Ich habe nach wie vor Schwierigkeiten bei der Aussprache von Zahlen. Einstellige Zahlen gehen problemlos, aber mit zwei bzw. dreistelligen Zahlen habe ich nach wie vor meine Probleme. Solange ich nicht spreche, habe ich inzwischen kaum mehr Probleme. Das war zu Anfangszeiten nicht so, da hatte ich bei Zahlen so meine Probleme. Inzwischen geht das Zählen im Gedanken sehr gut. Aber sobald ich anfange Zahlen auszusprechen, habe ich große Schwierigkeiten. Ich habe das Ganze schon einmal teilweise geschildert. Inzwischen bin ich etwas weiter. Die Schwierigkeit beim Sprechen dreistelliger Zahlen im Deutschen ist ja das Umstellen. Als Beispiel nehme ich die Zahl „123“. Ausgesprochen wird das Ganze im Deutschen als „einhundertdreiundzwanzig“. Also erst die „eins“, dann ein Platzhalter, die Zahl wird nachfolgend belegt, dann die „drei“. Und jetzt wird erst der „Platzhalter“ mit der „zwanzig“ belegt. Also ausgesprochen „einhundert“ --- drei --- und zwanzig. Genauso habe ich auch angefangen das Ganze im Gedanken auszusprechen. Erst die „eins“, dann den Platzhalter, dann die „drei“ und zum Schluss die „zwanzig“. Das Ganze ist zwar rein Mathematisch korrekt, aber ich hatte jetzt immer Schwierigkeiten bei der Benahmung auf die Zahl zu schließen. Ich habe lange herum experimentiert und jetzt scheine ich eine Lösung gefunden zu haben. Das heißt nicht, dass das jeder so macht, aber es macht für mich Sinn. Ich beginne nach wie vor mit der „Einhundert“ aber dann trenne ich nicht mehr nach „drei“ und „zwanzig“. D.h. ich habe nicht mehr den Platzhalter da stehen, sondern ich nehme die Zahl „23“ am Stück  Früher habe ich erst die „1“, dann Plathalter, dann „drei“ und dann den Platzhalter durch die „2“ ersetzt. Jetzt kommt die „Einhundert“, und dann am Stück die „dreiundzwanzig“. Mit der kleinen gedanklichen Umstellung passt jetzt auch das Ganze wieder gedanklich zusammen. Ich habe jetzt nicht mehr so einen Bruch zwischen meiner Zahlenwelt und meiner sprachlichen Welt. Die Umstellung ist noch nicht ganz komplett. Ich habe immer noch leichte Schwierigkeiten beim Sprechen, aber gedanklich scheint das Ganze viel flüssiger zu gehen. Ich bleibe am Ball!

21.10.2008
Lesen und Schreiben

Da hat sich im letzten ¾ Jahr sehr viel getan. Als ich Anfang der Jahres 2008 angefangen habe, zu schreiben, da hat es einen halben Tag gedauert, bis ich einen Bericht fertig gehabt habe. Ein Bericht heißt ca. 10-15 Zeilen. Hier hat sich sehr viel getan. Ich bin zwar immer noch weit davon entfernt, in schneller Schreibmaschinen Schrift zu schreiben, aber jetzt habe ich einen Bericht in einer ¼ bis einer ½ Stunde geschrieben. Da freut es mich richtig zu schreiben (-:.

Es hat sich aber auch rückwirkend gelohnt so viel Zeit zu investieren. Ich hätte das niemals gedacht, dass es so lange dauert, wieder die Grundlagen des Schreibens und Lesens zu lernen. Ich habe im nach hinein noch einmal gelernt, was Kinder so zu leisten haben.

Ich lese auch sehr, viel. Zum einem um wieder Lesen zu lernen, zum anderen, um das Gelesene auch zu verstehen. Bis vor ein paar Wochen konnte ich beides nicht gleichzeitig machen. Jetzt ist es immerhin so weit, dass ich zumindest im groben Text das verstehe, was ich lese. Das macht so richtig Spaß, was zu lesen, was ich verstehe.

Ich möchte noch von einer Übung berichten, die ich derzeit relativ häufig mache. Ich sage mir einen Satz vor, entweder im Gedanken oder richtig laut. Und dann Buchstabiere ich den Satz. Das hilft mir unter anderem dabei das ABC zu „automatisieren“. Zum Schluss sage ich dann den ganzen Satz noch einmal. Die Übung hat sich sehr gut bewährt. Man hat Buchstaben in verschiedener Form. Einmal Silben und Wörter und zum anderen buchstabenweise geschrieben. Bei dieser Übung wird das Gedächtnis trainiert, weil ich mir merken muss, was ich gesagt habe. Um es am Ende noch einmal komplett zu wiederholen.

23.10.2008
Was lese ich?

Ich habe ja schon geschrieben, dass ich derzeit sehr viel lese. Wie ich auch schon gesagt habe, geht das immer nach demselben Muster. Wenn ich anfange ein Buch zu lesen, geht es zu Beginn immer sehr stockend. Mit der Zeit wird es dann immer besser. Wenn ich mehrere Bücher eines Autors lese, dann wird es kontinuierlich besser. Natürlich wird das Lesen generell immer besser. 

Was lese ich derzeit Zeit? 

Wissen und Bildung (in Deutsch): Allgemeines Buch über Geschichte, Naturwissenschaften, Technik, Religion, Philosophie, Literatur, Kunst und Musik

Gedächtnistraining mit Erfolg (in Deutsch): 30- Tage-Programm für ein gutes Gedächtnis

Dante Alighieri: Die Göttliche Komödie (Alt Deutsch): Poesie

David Scherfgen: 3D-Spiele-Programmierung (in Deutsch): Ein Handbuch zu Programmierung von 3D-Spielen

Donald D. Hoffman: How we create what we see (Englisch): Visuelle Illusionen und Verarbeitung

Joaquin M. Fuster: The Prefrontal Cortex (Englisch): Neuestes Buch über den präfrontalen Cortex

Wolf Schneider: Wörter machen Leute (Deutsch): Magie und Macht der Sprache

Ich habe in den letzten Monaten sehr viel über die Sprache gelesen. Teilweise auch über die Bildung von Konzepten. Das Ganze mache ich, um besser zu verstehen, was bei mir im Kopf vor sich geht. Da ich Biologie, genauer "Biologische Kybernetik" studiert habe, bringe ich etwas Vorwissen mit, was recht hilfreich ist. Das Gute ist daran, dass ich jetzt zumindest im Groben das was ich da lese verstehe. Das ist ein großer Erfolg für mich. Denn bisher ging das eben nicht mehr. Ich verstehe zwar nur einen geringen Prozentsatz von dem was ich lese, aber es ist eine sehr gute und sehr wichtige weiter Entwicklung!    

28.10.2008

Das Verständnis

Wenn man so über das Schreiben und Lesen nachdenkt, dann merkt man erst, aus wie vielen Komponenten sich diese Vorgänge zusammensetzen. Die Betonung, die Buchstaben, Silben und Wörter, die Regeln, die dahinter stecken und zu guter letzt noch das Verständnis der Worte. Bei mir waren die einzelnen Teile der Sprache unterschiedlich stark betroffen. Wie stark das genau war, kann ich bis heute nicht sagen. Jeder der Schritte braucht sehr viel Zeit. Nichts ging von heute auf morgen, alles hat sehr viel Zeit gebraucht. Im Grunde genommen, vor allem an schlechten Tagen, da merke ich noch beim Buchstabieren noch so meine Schwierigkeiten. Wenn dann noch alle anderen Komponenten der Sprache dazu kommen, dann merke ich immer, wie aufwendig das Ganze ist. Aber wichtig ist bei allem: Nicht unterkriegen lassen! Irgendwann wird sich das Ganze wieder automatisieren. Und wenn ich dann darüber nachdenken werde, dann schein alles wieder ganz, ganz einfach (-:. Aber bis dahin wird noch einiges Wasser den Bach herunter fließen.

01.11.2008
Stolz

... Ich habe das sicher schon eimal erwähnt, aber ich mach es noch einmal: Ich bin sehr, sehr stolz darauf, was ich in den letzten 3 1/4 Jahren erreicht habe!!!

03.11.2008
Möchte ich was anderes sein?

Manchmal fragen mich Leute, ob ich mit meinem Schicksal hadere? Da habe ich eine klare Antwort: Ich hadere nicht mit meinem Schicksal. Ich möchte niemand anderes sein. Ich möchte immer der "Hartwig" sein. Ich bin von ganzem Herzen glücklich über mein sein. Ich möchte nie jemand anderes sein. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich noch immer am Leben bin und es mir gut geht. Ich freue mich über jeden Tag, wo es mir so gut geht!

07.11.2008
Zahlenraum

Ich bin sehr viel am Arbeiten mit den Zahlen. Dies betrifft das Schreiben und das Lesen. Beim Lesen kommt dann noch die Unterscheidung zwischen laut lesen und im Gedanken verarbeiten. Ich hatte ja bereits vor kurzem beschreiben, dass ich immer noch mit der Aussprache der Zahlen so meine Schwierigkeiten habe (eben bei mehrstelligen Zahlen in der deutschen Sprache). 

Ich mache die verschiedensten Übungen zu Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Wie gesagt, es betrifft alle Rechenvorgänge. Je nach Rechenvorgang ist der eingeschlossene Zahlenbereich etwas unterschiedlich. 

Im folgendem einige Beispiele: 

Ich zähle der Reihe nach, also 1,2,3,4,5,6 ... oder nach unten, also 1000,999,998,997 ...

Ich zähle in bestimmter Schrittweite, also z.B. 7, 14, 21. Oder in umgekehrter Reihenfolge 1001,994,987 ... Inzwischen komme ich auf Intervalle bis zu 100. Des weiterem fange ich nicht immer mit derselben Zahl an. Einmal 0,5,10,15 ... ein anderes mal 2,7,12,17 ...

Multiplikation und Division: 1*7, 2*7, 3*7 ... 5:5, 10:5, 15:5 ... In einer anderen Variante füge ich noch einen Wert an. Also z.B. 5+1*3, 5+2*3,5+3*3. Gleiches mache ich auch für die Division. 

Freies Rechnen mache ich mit Cogpack. 

Ziel der ganzen Aktion ist es wieder mit dem Zahlenraum vertraut zu werden. Und es wird von Tag zu Tag immer besser.

08.11.2008
Die Uhr

Das Leben mit der Uhr und meine Schwierigkeiten damit!

Als ich krank geworden bin, konnte ich auch keine Uhr mehr lesen. Ich hatte zwar nach wie vor die Fähigkeit die Uhr lesen zu können, aber ich konnte das nicht mehr kommunizieren. Also der Prozess an sich war da, aber ich konnte niemanden mehr mit Teilen wie spät es ist. Oder wenn ich selbst gefragt wurde: Wie spät ist es? Dann konnte ich keine Antwort geben.

Zeitweilig habe ich vor allem zu Beginn meiner Krankheit sehr intensive geübt wieder die Uhr zu lesen. Wenn man das einmal beherrscht, dann vergisst man es relativ schnell, wie lange es gedauert hat, die Uhr lesen zu lernen.

Am Anfang war es die Schwierigkeit die Zuordnung wieder richtig zu machen. Was ist z.B. 9 Uhr und wo muss der Zeiger stehen? Oder bei einer digitalen Uhr. Was ist 11:15 und wie bekomme ich dann die Uhrzeit dann richtig verbalisiert.

Des weiterem ist die Uhr im 12-Stunden Takt. Wenn man gleichzeitig noch Zählen lernt, dann hat es zumindest mich immer sehr durcheinander gebracht. Inzwischen ist es keine Schwierigkeit mehr, die vollen Stunden zu benennen. Aber ich habe noch drei Jahren noch immer so meine Schwierigkeiten, wenn es um Zeiten wie 8:15 Uhr oder Zeiten wie 8:45 geht. Die halbe Stunde ist inzwischen auch OK.

Da ich keine Uhr verwende, fehlt mir auch etwas die Übung. Ich verwende keine Uhr mehr, da es ja überall Uhren gibt. Am Rechner und im Haus und auch sonst, wo immer man geht gibt es Uhren. Aber es wäre vielleicht ganz günstig sich trotzdem, zu Übungszwecken wieder man eine Uhr anzuschaffen. Dann könnte ich den ganzen Tag Üben (-:.

13.11.2008
Das Wechselgeld

Wenn ich zu Beginn meiner Krankheit einkaufen gegangen bin, dann habe ich immer mit einem 50 Euro Schein bezahlt. Auch wenn es nur z.B. 3.15 waren. Auf diesem Weg konnte ich sicher sein, dass nicht auffallen würde, dass ich beim Zählen Schwierigkeiten hatte. Auch mit einer EC oder der Kreditkarte konnte ich nicht zahlen, da ich ja zu Beginn auch nicht schreiben konnte. Nach gut drei Jahren ist es nun endlich soweit, dass ich, wenn eine Kasse nicht zu voll ist, passend Zahle. Aber sobald eine Schlange an der Kasse ist, dann zahle ich immer noch mir einen Schein. Aber jetzt zumindest einigermaßen passend. Auch hier hat mir Cogpack sehr geholfen. Da gibt es einige Aufgaben zum Wechselgeld zu lösen.

14.11.2008
Umschalten!

Eine Sache, die mir schon länger aufgefallen ist: Ich brauch relativ lange, um vom Schreiben auf das Rechnen und umgekehrt umzustellen. Gültig ist diese Aussage immer dann, wenn ich nicht schreibe, mich also nur im Gedanken mit einer Sache beschäftige. Solange ich am Stück nur rechne oder nur schreibe geht das alles relativ gut. Aber wenn ich dann zwischen Lesen und Rechnen umschalten muss, dann fällt das relativ schwer. Wenn ich also den Modus wechsle, dann habe ich Schwierigkeiten. Folgendes Beispiel: eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht und neun. Das macht so weit keine Schwierigkeiten. Auch anders herum 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9. Auch das macht kaum Schwierigkeiten. Aber wenn ich Folgendes mache, dann habe ich Schwierigkeiten: eins, 2, drei, 4, fünf, 6, sieben, 8. Das macht mir große Schwierigkeiten. Wenn ich mich mal an diese Umstellung gewöhnt habe, dann geht es nach einigen Minuten relativ reibungslos. Wenn ich aber am nächsten Tag das gleiche Spiel wieder mache, dann habe ich auch wieder zuerst Schwierigkeiten. Ich bin mal gespannt, wie lange es dauern wird, bis das Ganze einigermaßen reibungslos läuft.

19.11.2008
Handwerk

Wie sieht es mit meinen handwerklichen Fähigkeiten aus? Ich meine hier so Dinge wie Schraubenzieher, Bohrer und Schlüssel. Ich war bevor ich krank wurde, einigermaßen talentiert. Aber auch hier gilt: Am Anfang ging überhaupt nicht mehr. Selbst bei der Verwendung eines Schraubenziehers hatte ich Schwierigkeiten. Am Anfang hatte ich selbst beim Drehen einer Schraube Schwierigkeiten. Das ging nach einiger Zeit wieder. Aber ich musste alles von der Pieke auf wieder neu lernen. Früher habe ich sehr oft auf dem Bauernhof meiner Eltern geholfen. Aber nach meiner Krankheit musste ich alle Sachen wieder neu lernen. Als wäre alle weg gewesen. In der Zwischenzeit hat sich vieles gebessert. Ich kann jetzt auch wieder etwas komplexere Vorgänge einigermaßen erledigen. Problematisch wird es immer dann wenn sich ein Vorgang aus vielen möglichen Einzelvorgängen zusammensetzt. Vor allem dann, wenn ich mehrere Einzelvorgänge in unterschiedlicher Reihenfolge anwenden könnte, aber dann komme ich einfach nicht auf die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten, die es in so einem Raum gibt. Ich bin dann schon froh, wenn ich mir eine Möglichkeit mir merken. Aber wie gesagt auch hier gilt, alles wird immer besser. Nur nicht so schnell wie ich es gerne hätte (-:.

20.11.2008
Buchstaben & Zahlen

Ich hatte schon mehrere Male von Buchstaben und Zahlen berichtet. Ich hatte auch schon ein oder zwei Mal von Autokennzeichen berichtet und von der Schwierigkeit zwischen Buchstaben und Zahlen umzuschalten. Wenn ich also z.B. folgendes Autokennzeichen habe: „NEA-AZ-123“. „NEA“ ist der Landkreis, „AZ“ ist „eine beliebige Buchstabenkombination“, und „123“ ist eine Zahl. Ich habe das Spiel mit dem Autokennzeichen vor allem in meiner Zeit in Berlin sehr intensiv betrieben. Das „NEA“ ist bereits wieder eine semantische Kennung geworden. Ich kann also im Regelfall den Landkreis problemlos zuordnen. Ich weiß also „NEA“ ist der Landkreis Neustadt Aisch, oder „B“ ist Berlin oder „M“ München. Das „AZ“ ist eine Kombination von Buchstaben, man kann also hier nichts zuordnen. Man muss es einfach lesen. Die „123“ macht dann wieder mit dem Lesen einige Schwierigkeiten. Aber auch hier wird es immer besser.

Wichtig ist zu sehen, dass es in seiner Gesamtheit immer besser und vor allem aber auch immer stimmiger wird. Auf der anderen Seite ist es für mich doch erstaunlich, wie lange ich dafür gebraucht habe, Autonummern wieder einigermaßen reibungslos lesen zu können. Liegt es an mir, dass ich solange brauche oder sieht man da wie schwierig bestimmte Dinge des Lesens sind?

27.11.2008
Probleme mit der Zahl "6"

Wann immer ich die Zahl „6“ schreiben muss, dann habe ich Probleme. Wenn ich mir die Zahl „6“ vorstelle, dann passiert das seitenverkehrt, also so „“. Bei den Zahlen „0“ bis „5“ und „7“ bis „9“ habe ich inzwischen kaum mehr Probleme. Aber mit der „6“, da habe ich so meine Probleme. Das Ganze ist übrigens unabhängig von der Position. Immer wenn eine gedankliche „6“ auftaucht, dann habe ich dort Probleme. Also z.B. „126“ oder „63“ oder „9696“. Es fällt mir sehr schwer, diese Seitenverkehrtheit los zu werden. Wann immer ich an die „6“ denke, tritt das auf. Ich habe inzwischen das Erkennen der „6“ umgestellt. Dabei merke ich richtig, wie das Gehirn klack macht, wann immer eine „6“ kommt. Das Ganze kostet mich gedanklich sehr große Anstrengung wann immer eine „6“ kommt. Es scheint immer dann wenn ich die „6“ bewusst ausspreche mein Gehirn in einen anderen Modus zu gehen. Sobald ich unbewusst spreche, kommt die „6“ wieder seitenverkehrt. Ich habe mir natürlich so meine Gedanken gemacht. Spreche ich da ein anderes Modul an? Oder vielleicht sogar die andere Hirnhälfte?

28.11.2008
Pausendauer

Wenn ich bei einer Übung für einige Sekunden eine Pause mache, dann steigt die Wahrscheinlichkeit sehr schnell an, dass ich vergesse worum es eigentlich geht. Ein Beispiel: Ich zähle in Intervallen, also 10, 20, 30, 40 usw. Wenn ich ohne Pause zähle, dann geht das ohne Schwierigkeiten. Dagegen wenn ich kleine Pausen mache, dann vergesse ich relativ schnell um was es dabei geht. Also „10“, dann einige Sekunden Pause, dann „20“ usw. Wenn ich dann Gleichzeitig noch eine zweite Aufgabe einfüge, wie z.B. 10, a, b, c, d, 20, e, f, g, h, 30, i, j, k, l usw. Dann komme ich sehr schnell durcheinander. Solche Aufgaben waren vor meiner Krankheit eine Kleinigkeit. Heute dagegen bereiten mir solche Aufgaben größte Schwierigkeiten.

29.11.2008
„Mathe Genie“

Ich habe mir sechs Monate nach dem Beginn meiner Krankheit „Cogpack“ gekauft. Am Anfang meiner Krankheit habe ich allein für die Mathe-Aufgaben zwei bis drei Tage gebraucht. Manche Aufgaben kannte ich zu dieser Zeit überhaupt nicht lösen. Noch 3 ¼ Jahren bin ich nun soweit, dass ich die Gesamtheit der Aufgaben in zwei bis drei Stunden gelöst habe. Darauf bin ich sehr stolz!

30.11.2008
Die Vergessenheit

Zu Beginn meiner Krankheit waren größte Teile des mittel- und langfristigen Gedächtnisses wie aus gelöscht. Teile des kurzfristigen Gedächtnisses haben sich dann wieder relativ schnell erholt. Ich habe immer noch Probleme mit dem Kurzzeit Gedächtnis, aber es wird von Tag zu Tag immer besser. Teile des mittelfristigen Gedächtnisses haben sich dann auch wieder relativ schnell erholt. Allerdings habe ich in diesem Bereich noch sehr, sehr viele Mankos. Am schwierigsten ist mir der Zugriff auf das Langzeit Gedächtnis gefallen. Ich hatte bis vor einem viertel Jahr (also nach drei Jahren Krankheit) kaum mehr Zugriff auf das Langzeit Gedächtnis. Und dann von einen Tag auf den anderen hat sich das gelöst. Plötzlich sind fast wieder alle Sachen da. Es hat bis dahin nur der richtige Schlüssel gefehlt, um aufzuschließen. Endlich habe ich wieder eine fast komplette Vergangenheit. Geduld lohnt sich!

01.12.2008
Gedächtnisübung

Mein Gedächtnis ist noch immer sehr schwach. Um das zu verbessern mache ich morgens gelegentlich beim Laufen folgende Übung. Ich lerne einen Satz mit Bedeutung wie z.B. „Ich habe Probleme mit der Aussprache der sechs“. Diesen Satz wiederhole ich dann in gewissen Abständen. Wenn ich zu lange warte mit dem wiederholen, dann ist der Satz vergessen. Und ich muss die Übung vom Neuen beginnen. Im Regelfall brauche ich derzeit noch ½ Stunde bis der Satz sich so weit verfestigt habe das er auf lange Dauer dann verfügbar ist. Manchmal nehme ich dann noch einen zweiten, dritten oder vierten Satz in mein Repertoire auf. Also z.B. erster Satz: „Ich habe Probleme mit der Aussprache der sechs“, zweiter Satz: „Ich habe immer Schwierigkeiten wenn ich beim Zählen kleine Pausen einlege“. Es ist schon erstaunlich wie lange meine Gedächtnis braucht, um sich etwas dauerhaft einzuprägen.

03.12.2008
Das Durcheinander mit den Zahlen

Es geht wieder mal um die Zahlen. Ich nehme als Beispiel die Zahl „123“.  Wenn ich das im Deutschen lese, dann muss ich „einhundertdreiundzwanzig“ sagen. Also „1“, „3“ und dann „2“ sagen oder eben „eins“ und „dreiundzwanzig“. Wenn ich aber die Zahl aufschreibe, dann geht das Formgerecht, also „eins“, „zwei“ und dann die „drei“. Also eben „123“. Das ist am Anfang ziemlich verwirrend bis man Mal das in beiden Formen hin bekommt.

04.12.2008
Und noch einmal Zahlen

Ich hatte vor kurzem erwähnt, dass ich mit dem Aussprechen der Zahl „6“ so meine Schwierigkeiten habe. Das ist noch wie vor so. Wenn ich aber die Zahl „6“ schreibe, dann geht das problemlos. Also z.B. die Zahl „63“. Sobald ich aber die Zahl „6“ nur im Gedanken mache, dann habe ich diese Schwierigkeiten mit der „6“.

06.12.2008
Doppelt gemoppelt!

Eine Sache, die mir relativ häufig passiert ist, dass ich Sachen zwei Mal lernen muss. Ich lerne etwas, das ist im Regelfall mit den üblichen Schwierigkeiten verbunden. Manches weiß ich sogar noch, dass ich dass schon einmal gelernt habe, aber im Gehirn ist während meiner Krankheit etwas kaputt gegangen. Dann versuche ich den entsprechenden Vorgang wieder zu lernen. Wie gesagt mit die üblichen Schwierigkeiten. Natürlich dauert auch alles zu lange (-:. Dabei kommt es dann manchmal vor, dass ich einiges neu lernen muss, was ich eigentlich nicht gebraucht hätte, weil große Teile noch da waren. Es hat aber nur das entscheidende Stichwort gefehlt. Das schönste ist dann der Moment, wenn sich alles wieder aufmacht und wieder so ist, wie ich es früher gelernt habe.

07.12.2008
Kleiner Lesefehler

Ich habe im Mathe-Bereich in Cogpack Aufgaben gemacht. Dabei habe ich mich immer  gewundert, warum da unterschiedliche Ergebnisse herauskommen. Der Grund dafür war, dass ich die Aufgaben schlampig gelesen hatte und einfach wichtig Worte übersehen hatte. Ein Beispiel dafür ist, was ist „8 von 160 in %“. Und der zweite Aufgabentyp war, was ist „5% von 80“. Beim ersten lautet die Antwort „5“, beim zweiten ist die Antwort „4“. Aber ich habe in der zweiten Aufgabe immer „5 von 80 in %“ gelesen. Ich habe dann immer als Antwort „6“ gegeben und habe mich dann gewundert, warum die Antwort falsch ist. Aber eigentlich stand ja „5% von 80“, also die Antwort lautet „4“. Es kommt bei mir relativ häufig vor, dass ich etwas „schlampig“ lese und dann nicht die richtige Antwort geben kann. Das ist nicht nur bei der Mathe-Aufgabe der Fall, sondern die Art von Fehler mache ich relativ häufig. Ich lese etwas sehr unsauber, und dann gebe ich eine fasche Antwort. Beim Lesen übersehe ich einige wichtige Informationen, die da stehen und kann auch so nicht die richtige Antwort geben. Wie gesagt, dass ist bei mir eine sehr häufige Fehlerquelle und die macht mir auch mächtig zu schaffen. Aber auch hier gilt: Die Genauigkeit beim Lesen nimmt ständig zu. Es ist alles eine Frage der Zeit!

09.12.2008
Kamerabedienung

Ich habe eine Kamera. Mit deren Bedienung habe ich immer Schwierigkeiten. Das schöne daran ist, dass es mir Spaß macht zu Fotografieren. Das unschöne ist, dass ich nach einem Jahr immer noch Schwierigkeiten habe, die Kamera zu bedienen. Es handelt sich jetzt nicht um komplexe, schwierige Funktionen, sondern bereits um einfachste Handgriffe wie Ein- oder Ausschalten. Es dauert dann immer einige Sekunden bis ich den richtigen Knopf finde. Das komische dabei ist, dass ich mir da scheinbar das nicht merken kann. Also ich habe immer wieder dieselben Schwierigkeiten beim Ein- oder Ausschalten. Mein Lieblingsknopf ist eine Buchse zum Einrichten der Kommunikation mit dem Rechner. Immer dann, wenn ich den Rechner anschließen muss, dann muss ich auch wieder diese Buchse suchen. Ich nehme mir dann ganz fest vor mir die Position des Schalters zu merken. Aber schon am nächsten Tag muss ich wieder suchen. In der Abbildung ist der Schalter gezeigt.

10.12.2008
Namensgedächtnis

Ich habe das Dokument über meine Krankheit von Anfang an in Englisch und Deutsch aufgeschrieben. In Deutsch ging es natürlich etwas besser, aber ich war erstaunt darüber wie gut es in Englisch gegangen ist. Außerdem gibt es ja Hilfsmittel wie http://babelfish.yahoo.com. Diese Übersetzungsmaschine hat mir sehr, sehr viel geholfen. Jetzt habe ich die ersten paar Dokumente erstmals komplett ohne Hilfe erstellt. Es fällt zwar noch sehr schwer, aber ein Anfang ist gemacht. Die ersten Dokumente in Englisch!

11.12.2008
Namensgedächtnis

Mein Namensgedächtnis hat sich in den letzten Monaten sehr gebessert. Gerade wenn ich mir Namen von Personen merken soll, die ich vor meiner Krankheit gekannt habe, dann habe ich kaum noch Schwierigkeiten mit dem Merken der Namen. Etwas schwieriger ist es mit Namen von Personen, die ich während meiner Krankheit kennen gelernt habe. Aber gerade was das Langzeitgedächtnis angeht, da hat sich sehr viel getan!

17.12.2008
Kinderspielzeug

Ich bin vor kurzem auf eine interessante Sache gestoßen. Wann immer ich mit den Spielsachen meiner Tochter spiele geht alles gut, solange ich nur eine Puppe oder eine Spielsache habe. Habe ich aber zwei oder mehr Spielsachen, so habe ich Schwierigkeiten diese zu unterscheiden. Gerade wenn es sich dabei um Spielsachen unterschiedlicher Kategorien handelt. Also z.B. eine Stoffente, einen Bären und eine Puppe. An dieser Stelle schaffe ich es denn nicht einmal mehr, die Sachen korrekt zu benennen. Es dauert dann einige Zeit bis ich meine Gedanken dann wieder soweit sortiert habe, dass ich die Tiere wieder richtig benennen kann.

18.12.2008
Bildverarbeitung

Ich hatte ja bereits beschrieben, dass ich immer dann wenn sich ein Vorgang auch mehreren Schritten zusammensetzt große Schwierigkeiten habe, da ich nur zwei bis drei Sachen in einem Arbeitsschritt machen kann. Auch bei der Bildverarbeitung habe ich diese Schwierigkeiten. Wann immer sich ein Vorgang aus sehr vielen Einzelschritten zusammensetzt, dann muss ich den Vorgang in kleinen Schritten abarbeiten. Ein kleines Beispiel:

·        Öffnen einer Date

·        Verändern der Farbeinstellungen

·        Verändern der Farb-Balance

·        Neuen Layer erzeugen

·        Diesen Layer mit Inhalt füllen

·        Drei Filter-Aktionen ausführen

Alleine schon sämtliche Aktionen im Kopf zu behalten ist für mich fast nicht möglich. Wenn ich das jetzt hier so aufschreibe, dann geht das. Aber sobald ich das alles im Kopf machen muss, dann muss ich das Ganze in kleine Einzelschritte unterteilen, darf aber auch nicht vergessen was ich in der Gesamtheit erreichen wollte.

Nach drei Jahren Krankheit und vor allem im letzten ½ Jahr hat sich das Ganze ziemlich gebessert, ist aber noch weit davon entfernt was ich früher einmal konnte. Aber es hat sich wie gesagt im letzten ½ Jahr da sehr, sehr viel getan. Das motiviert und macht Mut für neue Aktionen.

01.01.2009
Feuerwerk

... in English ...

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