| Aneurysma |
Hartwig's
Geschichte 4
|
|
|
| 09.10.2008 |
| Was hat
sich getan? |
|
Es hat sich
sehr viel getan in den letzten Monaten. Es scheinen sich
einige Teile in meinem Gehirn wieder zusammen zu setzen.
Mein Gehirn funktioniert etwas reibungsloser.
Was hat sich getan?
Ich habe in den letzten Monaten sehr,
sehr viel gelesen. Mein Wortschatz hat sich in dieser
Zeit um einiges erweitert. Wichtig war mir, dass ich an
jedem Tage in verschiedenen Büchern gelesen habe. Ich
habe auch zu ganz unterschiedlichen Themen gelesen. Es
ist nach wie vor ganz witzig, sobald ich mit einem neuen
Buch anfange, habe ich sehr große Schwierigkeiten beim
Lesen (wenn es sich dabei um eine neue Thematik handelt).
In den letzten Tagen habe ich auch wieder angefangen in
Englisch zu lesen. Das fiel mir zu Beginn sehr schwer,
aber dann ist auf einmal der Knoten geplatzt.
Auch beim Schreiben hat sich sehr
viel getan. Ich schreibe nach wie vor Texte ab. Manchmal
aus einem Buch, manchmal von einem Bildschirm. Da habe
ich denn zwei Fenster in Word geöffnet. Einer der
Hauptunterschiede ist, dass ich inzwischen die Stelle an
der ich gerade bin, wieder relativ schnell finde. Das war
lange Zeit ein großes Problem bei mir.
Mathematik hat sich auch weiter
entwickelt, aber dazu mehr beim nächsten Mal. Das ich
gerade noch einige Sachen ausprobiere.
Ich hatte es vielleicht schon einmal
erwähnt. Mein REM Schlaf hat wieder Träume. Zu Anfang
meiner Krankheit hatte ich über zwei Jahre überhaupt
keine bewussten Träume mehr.
In meinem Gehirn scheinen sich neue Resourcen
aufgetan zu haben. Das Denken geht inzwischen viel
flüssiger. Es ist zwar noch weit von früher entfernt,
aber es hat sich sehr viel in der "Denkarbeit"
getan. Dazu mehr bei einem der nächsten Male.
Es hat sich in den letzten Monaten sehr viel getan.
Das stimmt mich noch positiver!
|
|
| 11.10.2008 |
| Herbst 2008 |
|




Ist das nicht schön?
Ich habe eine digitale Spiegelreflexkamera. Die
Bedienung dieser Kamera zeigt sehr schön, woran es bei
mir immer noch fehlt. Bevor ich krank wurde, habe ich
relativ viel mit der Kamera fotografiert. Zum Teil
beruflich, zum Teil aber auch privat. Frappierend ist da
zum Beispiel, wie lange ich gebraucht habe zumindest die
grundlegenden Tasten richtig zu bedienen. Es sind
wirklich nicht viele Tasten, die man zum Bedienen der
Kamera braucht. Aber selbst bei den Grundfunktionen habe
ich immer noch lange Schwierigkeiten gehabt. Es dauerte schon
lange bis ich bestimmte Tasten fand. Wenn ich sie dann
einmal gefunden habe, würde ich eigentlich erwarten,
dass das Ganze das nächste Mal problemlos gehen würde.
Aber so ist das nicht. Beim nächsten Mal muss ich
wieder suchen, bis ich die Taste finde. Und es geht hier
um einfachste Funktionen wie Ein- und Ausschalten. Wenn
es dann um etwas komplexere Funktionen geht, dauert es
Minuten bis ich die entsprechenden Taste gefunden habe.
Es ist schon klar, dass das mit neuen Tasten häufig der
Fall ist. Aber normalerweise sollte man dann nach zwei
oder drei Mal den Vorgang beherrschen. Aber das ist bei
mir nicht der Fall. Bei mir zieht sich das Ganze
über Wochen hin, bis ich eine neue Funktion
bediensicher habe. Aber irgendwann und irgendwie schaffe
ich es dann doch. Mit viel Geduld und Spucke. Und darauf
bin ich dann sehr stolz! Wenn ich dann so etwas
geschafft habe, bekomme ich dann das Lächeln fast nicht
mehr aus dem Gesicht (-:. |
|
| 15.10.2008 |
| Zählen |
|
Ich habe nach wie vor Schwierigkeiten bei der
Aussprache von Zahlen. Einstellige Zahlen gehen
problemlos, aber mit zwei bzw. dreistelligen Zahlen habe
ich nach wie vor meine Probleme. Solange ich nicht
spreche, habe ich inzwischen kaum mehr Probleme. Das war
zu Anfangszeiten nicht so, da hatte ich bei Zahlen so
meine Probleme. Inzwischen geht das Zählen im Gedanken
sehr gut. Aber sobald ich anfange Zahlen auszusprechen,
habe ich große Schwierigkeiten. Ich habe das Ganze
schon einmal teilweise geschildert. Inzwischen bin ich
etwas weiter. Die Schwierigkeit beim Sprechen
dreistelliger Zahlen im Deutschen ist ja das Umstellen.
Als Beispiel nehme ich die Zahl „123“. Ausgesprochen
wird das Ganze im Deutschen als „einhundertdreiundzwanzig“.
Also erst die „eins“, dann ein Platzhalter, die Zahl
wird nachfolgend belegt, dann die „drei“. Und jetzt
wird erst der „Platzhalter“ mit der „zwanzig“
belegt. Also ausgesprochen „einhundert“ --- drei ---
und zwanzig. Genauso habe ich auch angefangen das Ganze
im Gedanken auszusprechen. Erst die „eins“, dann den
Platzhalter, dann die „drei“ und zum Schluss die „zwanzig“.
Das Ganze ist zwar rein Mathematisch korrekt, aber ich
hatte jetzt immer Schwierigkeiten bei der Benahmung auf
die Zahl zu schließen. Ich habe lange herum
experimentiert und jetzt scheine ich eine Lösung
gefunden zu haben. Das heißt nicht, dass das jeder so
macht, aber es macht für mich Sinn. Ich beginne nach
wie vor mit der „Einhundert“ aber dann trenne ich
nicht mehr nach „drei“ und „zwanzig“. D.h. ich
habe nicht mehr den Platzhalter da stehen, sondern ich
nehme die Zahl „23“ am Stück
Früher habe ich erst die „1“, dann
Plathalter, dann „drei“ und dann den Platzhalter
durch die „2“ ersetzt. Jetzt kommt die „Einhundert“,
und dann am Stück die „dreiundzwanzig“. Mit der
kleinen gedanklichen Umstellung passt jetzt auch das
Ganze wieder gedanklich zusammen. Ich habe jetzt nicht
mehr so einen Bruch zwischen meiner Zahlenwelt und
meiner sprachlichen Welt. Die Umstellung ist noch nicht
ganz komplett. Ich habe immer noch leichte
Schwierigkeiten beim Sprechen, aber gedanklich scheint
das Ganze viel flüssiger zu gehen. Ich bleibe am Ball! |
|
| 21.10.2008 |
| Lesen und Schreiben |
|
Da hat sich im
letzten ¾ Jahr sehr viel getan. Als ich Anfang der
Jahres 2008 angefangen habe, zu schreiben, da hat es
einen halben Tag gedauert, bis ich einen Bericht fertig
gehabt habe. Ein Bericht heißt ca. 10-15 Zeilen. Hier
hat sich sehr viel getan. Ich bin zwar immer noch weit
davon entfernt, in schneller Schreibmaschinen Schrift zu
schreiben, aber jetzt habe ich einen Bericht in einer ¼
bis einer ½ Stunde geschrieben. Da freut es mich
richtig zu schreiben (-:.
Es hat sich aber
auch rückwirkend gelohnt so viel Zeit zu investieren.
Ich hätte das niemals gedacht, dass es so lange dauert,
wieder die Grundlagen des Schreibens und Lesens zu
lernen. Ich habe im nach hinein noch einmal gelernt, was
Kinder so zu leisten haben.
Ich lese auch sehr,
viel. Zum einem um wieder Lesen zu lernen, zum anderen,
um das Gelesene auch zu verstehen. Bis vor ein paar
Wochen konnte ich beides nicht gleichzeitig machen.
Jetzt ist es immerhin so weit, dass ich zumindest im
groben Text das verstehe, was ich lese. Das macht so
richtig Spaß, was zu lesen, was ich verstehe.
Ich möchte noch
von einer Übung berichten, die ich derzeit relativ häufig
mache. Ich sage mir einen Satz vor, entweder im Gedanken
oder richtig laut. Und dann Buchstabiere ich den Satz.
Das hilft mir unter anderem dabei das ABC zu „automatisieren“.
Zum Schluss sage ich dann den ganzen Satz noch einmal.
Die Übung hat sich sehr gut bewährt. Man hat
Buchstaben in verschiedener Form. Einmal Silben und Wörter
und zum anderen buchstabenweise geschrieben. Bei dieser
Übung wird das Gedächtnis trainiert, weil ich mir
merken muss, was ich gesagt habe. Um es am Ende noch
einmal komplett zu wiederholen. |
|
| 23.10.2008 |
| Was lese ich? |
|
Ich habe ja schon geschrieben,
dass ich derzeit sehr viel lese. Wie ich auch schon
gesagt habe, geht das immer nach demselben Muster. Wenn
ich anfange ein Buch zu lesen, geht es zu Beginn immer
sehr stockend. Mit der Zeit wird es dann immer besser.
Wenn ich mehrere Bücher eines Autors lese, dann wird es
kontinuierlich besser. Natürlich wird das Lesen
generell immer besser.
Was lese ich derzeit Zeit?
Wissen und Bildung (in Deutsch): Allgemeines Buch
über Geschichte, Naturwissenschaften, Technik,
Religion, Philosophie, Literatur, Kunst und Musik
Gedächtnistraining mit Erfolg (in Deutsch): 30-
Tage-Programm für ein gutes Gedächtnis
Dante Alighieri: Die Göttliche Komödie (Alt
Deutsch): Poesie
David
Scherfgen: 3D-Spiele-Programmierung (in
Deutsch): Ein Handbuch zu Programmierung von 3D-Spielen
Donald D. Hoffman: How we create what we see (Englisch):
Visuelle Illusionen und Verarbeitung
Joaquin M.
Fuster: The Prefrontal Cortex (Englisch):
Neuestes Buch über den präfrontalen Cortex
Wolf Schneider: Wörter machen Leute (Deutsch): Magie
und Macht der Sprache
Ich habe in den letzten Monaten sehr viel über die
Sprache gelesen. Teilweise auch über die Bildung von
Konzepten. Das Ganze mache ich, um besser zu verstehen,
was bei mir im Kopf vor sich geht. Da ich Biologie,
genauer "Biologische Kybernetik" studiert habe,
bringe ich etwas Vorwissen mit, was recht hilfreich ist.
Das Gute ist daran, dass ich jetzt zumindest im Groben
das was ich da lese verstehe. Das ist ein großer Erfolg
für mich. Denn bisher ging das eben nicht mehr. Ich
verstehe zwar nur einen geringen Prozentsatz von dem was
ich lese, aber es ist eine sehr gute und sehr wichtige
weiter Entwicklung! |
|
| 28.10.2008 |
|
Das Verständnis |
|
Wenn man so über das Schreiben und Lesen nachdenkt,
dann merkt man erst, aus wie vielen Komponenten sich
diese Vorgänge zusammensetzen. Die Betonung, die
Buchstaben, Silben und Wörter, die Regeln, die dahinter
stecken und zu guter letzt noch das Verständnis der
Worte. Bei mir waren die einzelnen Teile der Sprache
unterschiedlich stark betroffen. Wie stark das genau
war, kann ich bis heute nicht sagen. Jeder der Schritte
braucht sehr viel Zeit. Nichts ging von heute auf morgen,
alles hat sehr viel Zeit gebraucht. Im Grunde genommen,
vor allem an schlechten Tagen, da merke ich noch beim
Buchstabieren noch so meine Schwierigkeiten. Wenn dann
noch alle anderen Komponenten der Sprache dazu kommen,
dann merke ich immer, wie aufwendig das Ganze ist. Aber
wichtig ist bei allem: Nicht unterkriegen lassen!
Irgendwann wird sich das Ganze wieder automatisieren.
Und wenn ich dann darüber nachdenken werde, dann schein
alles wieder ganz, ganz einfach (-:. Aber bis dahin wird
noch einiges Wasser den Bach herunter fließen. |
|
| 01.11.2008 |
| Stolz |
|
... Ich habe das sicher schon
eimal erwähnt, aber ich mach es noch einmal: Ich bin
sehr, sehr stolz darauf, was ich in den letzten 3 1/4
Jahren erreicht habe!!! |
|
| 03.11.2008 |
| Möchte ich was anderes sein? |
|
Manchmal fragen mich Leute, ob
ich mit meinem Schicksal hadere? Da habe ich eine klare
Antwort: Ich hadere nicht mit meinem Schicksal. Ich
möchte niemand anderes sein. Ich möchte immer der
"Hartwig" sein. Ich bin von ganzem Herzen
glücklich über mein sein. Ich möchte nie jemand
anderes sein. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich noch
immer am Leben bin und es mir gut geht. Ich freue mich
über jeden Tag, wo es mir so gut geht! |
|
| 07.11.2008 |
| Zahlenraum |
|
Ich bin sehr viel am Arbeiten
mit den Zahlen. Dies betrifft das Schreiben und das
Lesen. Beim Lesen kommt dann noch die Unterscheidung
zwischen laut lesen und im Gedanken verarbeiten. Ich
hatte ja bereits vor kurzem beschreiben, dass ich immer
noch mit der Aussprache der Zahlen so meine
Schwierigkeiten habe (eben bei mehrstelligen Zahlen in
der deutschen Sprache).
Ich mache die verschiedensten Übungen zu Addition,
Subtraktion, Multiplikation und Division. Wie gesagt, es
betrifft alle Rechenvorgänge. Je nach Rechenvorgang ist
der eingeschlossene Zahlenbereich etwas unterschiedlich.
Im folgendem einige Beispiele:
Ich zähle der Reihe nach, also 1,2,3,4,5,6 ... oder
nach unten, also 1000,999,998,997 ...
Ich zähle in bestimmter Schrittweite, also z.B. 7,
14, 21. Oder in umgekehrter Reihenfolge 1001,994,987 ...
Inzwischen komme ich auf Intervalle bis zu 100. Des
weiterem fange ich nicht immer mit derselben Zahl an.
Einmal 0,5,10,15 ... ein anderes mal 2,7,12,17 ...
Multiplikation und Division: 1*7, 2*7, 3*7 ... 5:5,
10:5, 15:5 ... In einer anderen Variante füge ich noch
einen Wert an. Also z.B. 5+1*3, 5+2*3,5+3*3. Gleiches
mache ich auch für die Division.
Freies Rechnen mache ich mit
Cogpack.
Ziel der ganzen Aktion ist es wieder mit dem
Zahlenraum vertraut zu werden. Und es wird von Tag zu
Tag immer besser. |
|
| 08.11.2008 |
| Die Uhr |
|
Das Leben mit der
Uhr und meine Schwierigkeiten damit!
Als ich krank geworden bin, konnte ich auch keine Uhr mehr lesen. Ich
hatte zwar nach wie vor die Fähigkeit die Uhr lesen zu
können, aber ich konnte das nicht mehr kommunizieren.
Also der Prozess an sich war da, aber ich konnte
niemanden mehr mit Teilen wie spät es ist. Oder wenn
ich selbst gefragt wurde: Wie spät ist es? Dann konnte
ich keine Antwort geben.
Zeitweilig habe ich
vor allem zu Beginn meiner Krankheit sehr intensive geübt
wieder die Uhr zu lesen. Wenn man das einmal beherrscht,
dann vergisst man es relativ schnell, wie lange es
gedauert hat, die Uhr lesen zu lernen.
Am Anfang war es
die Schwierigkeit die Zuordnung wieder richtig zu machen.
Was ist z.B. 9 Uhr und wo muss der Zeiger stehen? Oder
bei einer digitalen Uhr. Was ist 11:15 und wie bekomme
ich dann die Uhrzeit dann richtig verbalisiert.
Des weiterem ist
die Uhr im 12-Stunden Takt. Wenn man gleichzeitig noch Zählen
lernt, dann hat es zumindest mich immer sehr
durcheinander gebracht. Inzwischen ist es keine
Schwierigkeit mehr, die vollen Stunden zu benennen. Aber
ich habe noch drei Jahren noch immer so meine
Schwierigkeiten, wenn es um Zeiten wie 8:15 Uhr oder
Zeiten wie 8:45 geht. Die halbe Stunde ist inzwischen
auch OK.
Da ich keine Uhr
verwende, fehlt mir auch etwas die Übung. Ich verwende
keine Uhr mehr, da es ja überall Uhren gibt. Am Rechner
und im Haus und auch sonst, wo immer man geht gibt es
Uhren. Aber es wäre vielleicht ganz günstig sich
trotzdem, zu Übungszwecken wieder man eine Uhr
anzuschaffen. Dann könnte ich den ganzen Tag Üben (-:. |
|
| 13.11.2008 |
| Das Wechselgeld |
|
Wenn ich zu Beginn meiner Krankheit einkaufen
gegangen bin, dann habe ich immer mit einem 50 Euro
Schein bezahlt. Auch wenn es nur z.B. 3.15 waren. Auf
diesem Weg konnte ich sicher sein, dass nicht auffallen
würde, dass ich beim Zählen Schwierigkeiten hatte.
Auch mit einer EC oder der Kreditkarte konnte ich nicht
zahlen, da ich ja zu Beginn auch nicht schreiben konnte.
Nach gut drei Jahren ist es nun endlich soweit, dass ich,
wenn eine Kasse nicht zu voll ist, passend Zahle. Aber
sobald eine Schlange an der Kasse ist, dann zahle ich
immer noch mir einen Schein. Aber jetzt zumindest
einigermaßen passend. Auch hier hat mir Cogpack sehr
geholfen. Da gibt es einige Aufgaben zum Wechselgeld zu
lösen. |
|
| 14.11.2008 |
| Umschalten! |
|
Eine Sache, die
mir schon länger aufgefallen ist: Ich brauch relativ
lange, um vom Schreiben auf das Rechnen und umgekehrt
umzustellen. Gültig ist diese Aussage immer dann, wenn
ich nicht schreibe, mich also nur im Gedanken mit einer
Sache beschäftige. Solange ich am Stück nur rechne
oder nur schreibe geht das alles relativ gut. Aber wenn
ich dann zwischen Lesen und Rechnen umschalten muss,
dann fällt das relativ schwer. Wenn ich also den Modus
wechsle, dann habe ich Schwierigkeiten. Folgendes
Beispiel: eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben,
acht und neun. Das macht so weit keine Schwierigkeiten.
Auch anders herum 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9. Auch das
macht kaum Schwierigkeiten. Aber wenn ich Folgendes
mache, dann habe ich Schwierigkeiten: eins, 2, drei, 4,
fünf, 6, sieben, 8. Das macht mir große
Schwierigkeiten. Wenn ich mich mal an diese Umstellung
gewöhnt habe, dann geht es nach einigen Minuten relativ
reibungslos. Wenn ich aber am nächsten Tag das gleiche
Spiel wieder mache, dann habe ich auch wieder zuerst
Schwierigkeiten. Ich bin mal gespannt, wie lange es
dauern wird, bis das Ganze einigermaßen reibungslos läuft. |
|
| 19.11.2008 |
| Handwerk |
|
Wie sieht es
mit meinen handwerklichen Fähigkeiten aus? Ich meine
hier so Dinge wie Schraubenzieher, Bohrer und Schlüssel.
Ich war bevor ich krank wurde, einigermaßen talentiert.
Aber auch hier gilt: Am Anfang ging überhaupt nicht
mehr. Selbst bei der Verwendung eines Schraubenziehers
hatte ich Schwierigkeiten. Am Anfang hatte ich selbst
beim Drehen einer Schraube Schwierigkeiten. Das ging
nach einiger Zeit wieder. Aber ich musste alles von der
Pieke auf wieder neu lernen. Früher habe ich sehr oft
auf dem Bauernhof meiner Eltern geholfen. Aber nach
meiner Krankheit musste ich alle Sachen wieder neu
lernen. Als wäre alle weg gewesen. In der Zwischenzeit
hat sich vieles gebessert. Ich kann jetzt auch wieder
etwas komplexere Vorgänge einigermaßen erledigen.
Problematisch wird es immer dann wenn sich ein Vorgang
aus vielen möglichen Einzelvorgängen zusammensetzt.
Vor allem dann, wenn ich mehrere Einzelvorgänge in
unterschiedlicher Reihenfolge anwenden könnte, aber
dann komme ich einfach nicht auf die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten,
die es in so einem Raum gibt. Ich bin dann schon froh,
wenn ich mir eine Möglichkeit mir merken. Aber wie
gesagt auch hier gilt, alles wird immer besser. Nur
nicht so schnell wie ich es gerne hätte (-:. |
|
| 20.11.2008 |
| Buchstaben
& Zahlen |
|
Ich hatte schon
mehrere Male von Buchstaben und Zahlen berichtet. Ich
hatte auch schon ein oder zwei Mal von Autokennzeichen
berichtet und von der Schwierigkeit zwischen Buchstaben
und Zahlen umzuschalten. Wenn ich also z.B. folgendes
Autokennzeichen habe: „NEA-AZ-123“. „NEA“ ist
der Landkreis, „AZ“ ist „eine beliebige
Buchstabenkombination“, und „123“ ist eine Zahl.
Ich habe das Spiel mit dem Autokennzeichen vor allem in
meiner Zeit in Berlin sehr intensiv betrieben. Das
„NEA“ ist bereits wieder eine semantische Kennung
geworden. Ich kann also im Regelfall den Landkreis
problemlos zuordnen. Ich weiß also „NEA“ ist der
Landkreis Neustadt Aisch, oder „B“ ist Berlin oder
„M“ München. Das „AZ“ ist eine Kombination von
Buchstaben, man kann also hier nichts zuordnen. Man muss
es einfach lesen. Die „123“ macht dann wieder mit
dem Lesen einige Schwierigkeiten. Aber auch hier wird es
immer besser.
Wichtig ist zu sehen, dass es in
seiner Gesamtheit immer besser und vor allem aber auch
immer stimmiger wird. Auf der anderen Seite ist es für
mich doch erstaunlich, wie lange ich dafür gebraucht
habe, Autonummern wieder einigermaßen reibungslos lesen
zu können. Liegt es an mir, dass ich solange brauche
oder sieht man da wie schwierig bestimmte Dinge des
Lesens sind? |
|
| 27.11.2008 |
| Probleme mit
der Zahl "6" |
|
Wann immer ich die Zahl „6“ schreiben muss, dann
habe ich Probleme. Wenn ich mir die Zahl „6“
vorstelle, dann passiert das seitenverkehrt, also so „ “. Bei den Zahlen „0“ bis „5“ und „7“
bis „9“ habe ich inzwischen kaum mehr Probleme. Aber
mit der „6“, da habe ich so meine Probleme. Das
Ganze ist übrigens unabhängig von der Position. Immer
wenn eine gedankliche „6“ auftaucht, dann habe ich
dort Probleme. Also z.B. „126“ oder „63“ oder
„9696“. Es fällt mir sehr schwer, diese
Seitenverkehrtheit los zu werden. Wann immer ich an die
„6“ denke, tritt das auf. Ich habe inzwischen das
Erkennen der „6“ umgestellt. Dabei merke ich richtig,
wie das Gehirn klack macht, wann immer eine „6“
kommt. Das Ganze kostet mich gedanklich sehr große
Anstrengung wann immer eine „6“ kommt. Es scheint
immer dann wenn ich die „6“ bewusst ausspreche mein
Gehirn in einen anderen Modus zu gehen. Sobald ich
unbewusst spreche, kommt die „6“ wieder
seitenverkehrt. Ich habe mir natürlich so meine
Gedanken gemacht. Spreche ich da ein anderes Modul an?
Oder vielleicht sogar die andere Hirnhälfte? |
|
| 28.11.2008 |
| Pausendauer |
|
Wenn ich bei einer Übung für einige Sekunden eine
Pause mache, dann steigt die Wahrscheinlichkeit sehr
schnell an, dass ich vergesse worum es eigentlich geht.
Ein Beispiel: Ich zähle in Intervallen, also 10, 20,
30, 40 usw. Wenn ich ohne Pause zähle, dann geht das
ohne Schwierigkeiten. Dagegen wenn ich kleine Pausen
mache, dann vergesse ich relativ schnell um was es dabei
geht. Also „10“, dann einige Sekunden Pause, dann
„20“ usw. Wenn ich dann Gleichzeitig noch eine
zweite Aufgabe einfüge, wie z.B. 10, a, b, c, d, 20, e,
f, g, h, 30, i, j, k, l usw. Dann komme ich sehr schnell
durcheinander. Solche Aufgaben waren vor meiner
Krankheit eine Kleinigkeit. Heute dagegen bereiten mir
solche Aufgaben größte Schwierigkeiten. |
|
| 29.11.2008 |
| „Mathe Genie“ |
|
Ich habe mir
sechs Monate nach dem Beginn meiner Krankheit „Cogpack“
gekauft. Am Anfang meiner Krankheit habe ich allein für
die Mathe-Aufgaben zwei bis drei Tage gebraucht. Manche
Aufgaben kannte ich zu dieser Zeit überhaupt nicht
lösen.
Noch 3 ¼ Jahren bin ich nun soweit, dass ich die
Gesamtheit der Aufgaben in zwei bis drei Stunden gelöst
habe. Darauf bin ich sehr stolz! |
|
| 30.11.2008 |
| Die
Vergessenheit |
|
Zu Beginn
meiner Krankheit waren größte Teile des mittel- und
langfristigen Gedächtnisses wie aus gelöscht. Teile
des kurzfristigen Gedächtnisses haben sich dann wieder
relativ schnell erholt. Ich habe immer noch Probleme mit
dem Kurzzeit Gedächtnis, aber es wird von Tag zu Tag
immer besser. Teile des mittelfristigen Gedächtnisses
haben sich dann auch wieder relativ schnell erholt.
Allerdings habe ich in diesem Bereich noch sehr, sehr
viele Mankos. Am schwierigsten ist mir der Zugriff auf
das Langzeit Gedächtnis gefallen. Ich hatte bis vor
einem viertel Jahr (also nach drei Jahren Krankheit)
kaum mehr Zugriff auf das Langzeit Gedächtnis. Und dann
von einen Tag auf den anderen hat sich das gelöst. Plötzlich
sind fast wieder alle Sachen da. Es hat bis dahin nur
der richtige Schlüssel gefehlt, um aufzuschließen.
Endlich habe ich wieder eine fast komplette
Vergangenheit. Geduld lohnt sich! |
|
| 01.12.2008 |
| Gedächtnisübung |
|
Mein Gedächtnis
ist noch immer sehr schwach. Um das zu verbessern mache
ich morgens gelegentlich beim Laufen folgende Übung.
Ich lerne einen Satz mit Bedeutung wie z.B. „Ich habe
Probleme mit der Aussprache der sechs“. Diesen Satz
wiederhole ich dann in gewissen Abständen. Wenn ich zu
lange warte mit dem wiederholen, dann ist der Satz
vergessen. Und ich muss die Übung vom Neuen beginnen.
Im Regelfall brauche ich derzeit noch ½ Stunde bis der
Satz sich so weit verfestigt habe das er auf lange Dauer
dann verfügbar ist. Manchmal nehme ich dann noch einen
zweiten, dritten oder vierten Satz in mein Repertoire
auf. Also z.B. erster Satz: „Ich habe Probleme mit der
Aussprache der sechs“, zweiter Satz: „Ich habe immer
Schwierigkeiten wenn ich beim Zählen kleine Pausen
einlege“. Es ist schon erstaunlich wie lange meine Gedächtnis
braucht, um sich etwas dauerhaft einzuprägen. |
|
| 03.12.2008 |
| Das
Durcheinander mit den Zahlen |
|
Es geht wieder
mal um die Zahlen. Ich nehme als Beispiel die Zahl
„123“. Wenn
ich das im Deutschen lese, dann muss ich „einhundertdreiundzwanzig“
sagen. Also „1“, „3“ und dann „2“ sagen oder
eben „eins“ und „dreiundzwanzig“. Wenn ich aber
die Zahl aufschreibe, dann geht das Formgerecht, also
„eins“, „zwei“ und dann die „drei“. Also
eben „123“. Das ist am Anfang ziemlich verwirrend
bis man Mal das in beiden Formen hin bekommt. |
|
| 04.12.2008 |
| Und noch
einmal Zahlen |
|
Ich hatte vor
kurzem erwähnt, dass ich mit dem Aussprechen der Zahl
„6“ so meine Schwierigkeiten habe. Das ist noch wie
vor so. Wenn ich aber die Zahl „6“ schreibe, dann
geht das problemlos. Also z.B. die Zahl „63“. Sobald
ich aber die Zahl „6“ nur im Gedanken mache, dann
habe ich diese Schwierigkeiten mit der „6“. |
|
| 06.12.2008 |
| Doppelt
gemoppelt! |
|
Eine Sache, die mir relativ häufig passiert ist,
dass ich Sachen zwei Mal lernen muss. Ich lerne etwas,
das ist im Regelfall mit den üblichen Schwierigkeiten
verbunden. Manches weiß ich sogar noch, dass ich dass
schon einmal gelernt habe, aber im Gehirn ist während
meiner Krankheit etwas kaputt gegangen. Dann versuche
ich den entsprechenden Vorgang wieder zu lernen. Wie
gesagt mit die üblichen Schwierigkeiten. Natürlich
dauert auch alles zu lange (-:. Dabei kommt es dann
manchmal vor, dass ich einiges neu lernen muss, was ich
eigentlich nicht gebraucht hätte, weil große Teile
noch da waren. Es hat aber nur das entscheidende
Stichwort gefehlt. Das schönste ist dann der Moment,
wenn sich alles wieder aufmacht und wieder so ist, wie
ich es früher gelernt habe. |
|
| 07.12.2008 |
| Kleiner
Lesefehler |
|
Ich habe im
Mathe-Bereich in Cogpack Aufgaben gemacht. Dabei habe
ich mich immer gewundert,
warum da unterschiedliche Ergebnisse herauskommen. Der
Grund dafür war, dass ich die Aufgaben schlampig
gelesen hatte und einfach wichtig Worte übersehen hatte.
Ein Beispiel dafür ist, was ist „8 von 160 in %“.
Und der zweite Aufgabentyp war, was ist „5% von 80“.
Beim ersten lautet die Antwort „5“, beim zweiten ist
die Antwort „4“. Aber ich habe in der zweiten
Aufgabe immer „5 von 80 in %“ gelesen. Ich habe dann
immer als Antwort „6“ gegeben und habe mich dann
gewundert, warum die Antwort falsch ist. Aber eigentlich
stand ja „5% von 80“, also die Antwort lautet
„4“. Es kommt bei mir relativ häufig vor, dass ich
etwas „schlampig“ lese und dann nicht die richtige
Antwort geben kann. Das ist nicht nur bei der
Mathe-Aufgabe der Fall, sondern die Art von Fehler mache
ich relativ häufig. Ich lese etwas sehr unsauber, und
dann gebe ich eine fasche Antwort. Beim Lesen übersehe
ich einige wichtige Informationen, die da stehen und
kann auch so nicht die richtige Antwort geben. Wie
gesagt, dass ist bei mir eine sehr häufige Fehlerquelle
und die macht mir auch mächtig zu schaffen. Aber auch
hier gilt: Die Genauigkeit beim Lesen nimmt ständig zu.
Es ist alles eine Frage der Zeit! |
|
| 09.12.2008 |
| Kamerabedienung |
|
Ich habe eine
Kamera. Mit deren Bedienung habe ich immer
Schwierigkeiten. Das schöne daran ist, dass es mir Spaß
macht zu Fotografieren. Das unschöne ist, dass ich nach
einem Jahr immer noch Schwierigkeiten habe, die Kamera
zu bedienen. Es handelt sich jetzt nicht um komplexe,
schwierige Funktionen, sondern bereits um einfachste
Handgriffe wie Ein- oder Ausschalten. Es dauert dann
immer einige Sekunden bis ich den richtigen Knopf finde.
Das komische dabei ist, dass ich mir da scheinbar das
nicht merken kann. Also ich habe immer wieder dieselben
Schwierigkeiten beim Ein- oder Ausschalten. Mein
Lieblingsknopf ist eine Buchse zum Einrichten der
Kommunikation mit dem Rechner. Immer dann, wenn ich den
Rechner anschließen muss, dann muss ich auch wieder
diese Buchse suchen. Ich nehme mir dann ganz fest vor
mir die Position des Schalters zu merken. Aber schon am
nächsten Tag muss ich wieder suchen. In der Abbildung
ist der Schalter gezeigt. |
|
| 10.12.2008 |
| Namensgedächtnis |
|
Ich habe das
Dokument über meine Krankheit von Anfang an in Englisch
und Deutsch aufgeschrieben. In Deutsch ging es natürlich
etwas besser, aber ich war erstaunt darüber wie gut es
in Englisch gegangen ist. Außerdem gibt es ja
Hilfsmittel wie http://babelfish.yahoo.com.
Diese Übersetzungsmaschine hat mir sehr, sehr viel
geholfen. Jetzt habe ich die ersten paar Dokumente
erstmals komplett ohne Hilfe erstellt. Es fällt zwar
noch sehr schwer, aber ein Anfang ist gemacht. Die
ersten Dokumente in Englisch! |
|
| 11.12.2008 |
| Namensgedächtnis |
|
Mein Namensgedächtnis
hat sich in den letzten Monaten sehr gebessert. Gerade
wenn ich mir Namen von Personen merken soll, die ich vor
meiner Krankheit gekannt habe, dann habe ich kaum noch
Schwierigkeiten mit dem Merken der Namen. Etwas
schwieriger ist es mit Namen von Personen, die ich während
meiner Krankheit kennen gelernt habe. Aber gerade was
das Langzeitgedächtnis angeht, da hat sich sehr viel
getan! |
|
| 17.12.2008 |
| Kinderspielzeug |
|
Ich bin vor kurzem auf eine interessante Sache gestoßen.
Wann immer ich mit den Spielsachen meiner Tochter spiele
geht alles gut, solange ich nur eine Puppe oder eine
Spielsache habe. Habe ich aber zwei oder mehr
Spielsachen, so habe ich Schwierigkeiten diese zu
unterscheiden. Gerade wenn es sich dabei um Spielsachen
unterschiedlicher Kategorien handelt. Also z.B. eine
Stoffente, einen Bären und eine Puppe. An dieser Stelle
schaffe ich es denn nicht einmal mehr, die Sachen
korrekt zu benennen. Es dauert dann einige Zeit bis ich
meine Gedanken dann wieder soweit sortiert habe, dass
ich die Tiere wieder richtig benennen kann. |
|
| 18.12.2008 |
| Bildverarbeitung |
|
Ich hatte ja
bereits beschrieben, dass ich immer dann wenn sich ein
Vorgang auch mehreren Schritten zusammensetzt große
Schwierigkeiten habe, da ich nur zwei bis drei Sachen in
einem Arbeitsschritt machen kann. Auch bei der
Bildverarbeitung habe ich diese Schwierigkeiten. Wann
immer sich ein Vorgang aus sehr vielen Einzelschritten
zusammensetzt, dann muss ich den Vorgang in kleinen
Schritten abarbeiten. Ein kleines Beispiel:
·
Öffnen einer Date
·
Verändern der
Farbeinstellungen
·
Verändern der Farb-Balance
·
Neuen Layer erzeugen
·
Diesen Layer mit Inhalt füllen
·
Drei Filter-Aktionen ausführen
Alleine
schon sämtliche Aktionen im Kopf zu behalten ist für
mich fast nicht möglich. Wenn ich das jetzt hier so
aufschreibe, dann geht das. Aber sobald ich das alles im
Kopf machen muss, dann muss ich das Ganze in kleine
Einzelschritte unterteilen, darf aber auch nicht
vergessen was ich in der Gesamtheit erreichen wollte.
Nach
drei Jahren Krankheit und vor allem im letzten ½ Jahr
hat sich das Ganze ziemlich gebessert, ist aber noch
weit davon entfernt was ich früher einmal konnte. Aber
es hat sich wie gesagt im letzten ½ Jahr da sehr, sehr
viel getan. Das motiviert und macht Mut für neue
Aktionen. |
|
| 01.01.2009 |
| Feuerwerk |
|

|
|
|
|